SPD Roßwein

Roßweiner Sozialdemokraten gedenken August Bebel

Allgemein

Am 13. August 1913 starb August Bebel nach Jahrzehnten des politischen Kampfes im Dienste der Arbeiterbewegung. Zum hundertsten Todestag erinnerte die Roßweiner SPD an den großen Sozialdemokraten und legte Blumen an Bebels Gedenkstein nieder. 1866 hatte August Bebel am gleichen Ort eine seiner vielen Reden an die Arbeiterschaft gehalten.

Auf Einladung des SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Henning Homann kamen die Roßweiner Sozialdemokraten um 11:00 Uhr am Gedenkstein August Bebels zusammen. Rudolf Homann, selbst langjähriger aktiver Sozialdemokrat in Roßwein, erinnerte mit einer Rede an Bebels Leben und Wirken. Er vollzog nach, wie Bebel in ärmlichen Elternhaus groß wurde und 1860 als einfacher Drechslergeselle von Wetzlar nach Leipzig übersiedelte, wo er sich der Arbeiterbewegung anschloss und 1865 Vorsitzender der Leipziger Arbeiterbildungsvereins wurde. 1866 gründete Bebel zusammen mit Liebknecht die Sächsische Volkspartei und wandte sich damit noch stärker den politischen Anliegen der Arbeiterklasse zu, für welche er sich im gleichen Jahr auch in seiner Rede in Roßwein stark machte. Auch hieran erinnerten die örtlichen Sozialdemokraten.

Bebel wurde 1871 Mitglied des Reichstags und war zudem von 1871 bis 1891 Mitglied des Sächsischen Landtags. Obwohl er selbst von staatlicher Verfolgung betroffen war – Bebel und Liebknecht verbrachten zwei Jahre Festungshaft im 35km Luftlinie von Roßwein entfernten Schloß Hubertusburg – wurde Bebel zu Zeiten der Sozialistengesetze und Repression gegen die Arbeiterbewegung zu einer der bedeutendsten und prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie. Er begleitet die Entwicklung der Sächsischen Volkspartei zur Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, den Zusammenschluss mit Lassalles ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei 1875 und schließlich deren Umbenennung in Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1890. Als wahrscheinlich bekanntester sozialdemokratischer Parlamentarier seiner Zeit war Bebel während des Parteiverbots und der Illegalität an dieser Entwicklung maßgeblich beteiligt, schon Jahre bevor er federführend zum Erfurter Programm der SPD von 1891 beitrug und 1892 zu ihrem Vorsitzenden gewählt wurde.

Im Fokus von Homanns Rede stand aber gerade auch das theoretische Wirken August Bebels. Mit „Die Frau und der Sozialismus“ verfasste Bebel 1879 nicht nur ein Werk, welches bereits bis zu seinem Tod in über 50 Auflagen erschien, sondern wurde auch zu einem der Vorreiter und Vorreiterinnen des Feminismus in der Arbeiterbewegung. Als erster deutscher Parlamentarier trat Bebel in einer Reichtagsrede für gleiche soziale und politische Rechte der Frauen ein und legte somit einen wichtigen Grundstein für die Einführung des Frauenwahlrechts mit Gründung der Weimaer Republik.

Zum hundersten Todestag August Bebels erinnerten die Roßweiner Sozialdemokraten deshalb nicht nur an einen der wichtigsten Gründungsväter der SPD, sondern auch an die Ideen des visionären Vordenkers. Trotz vieler Fortschritte sei es auch heute Aufgabe der SPD, für die volle Gleichberechtigung der Geschlechter einzutreten. Bebels Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit seien dabei auch heute noch Auftrag und Ansporn.

 
 

Henning Homann

 

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